Pressemitteilung, 30.06.2022

Bayerische Wasserstoff-Delegationsreise nach Kolumbien: Kick-off für Intensivierung der Partnerschaft

Bogotá / Bucaramanga / Cartagena – Unter Leitung von Bayerns Wirtschaftsstaatssekretär Roland Weigert reiste vergangene Woche eine bayerische Wasserstoff-Delegation mit Vertreter:innen aus Forschung und Wirtschaft nach Kolumbien zur Intensivierung der bilateralen Partnerschaft.

Ein wichtiger Baustein der bayerischen Wasserstoffstrategie sind internationale Partnerschaften mit künftigen Lieferanten von grünem Wasserstoff und auch Kolumbien will sich in Lateinamerika als Vorreiter für Wasserstoff positionieren. Die Basis dafür ist mit der von Kolumbien im September 2021 veröffentlichten „Hydrogen Roadmap“ gelegt. Im März wurde das erste Pilotprojekt des Landes gestartet. Das staatliche Ölunternehmen Ecopetrol produziert in seiner Raffinerie in Cartagena grünen Wasserstoff. Zudem kündigte Ecopetrol als viertgrößter Ölproduzent Lateinamerikas an, sich verstärkt auf geothermische Energie und Wasserstoff zu fokussieren, um die Abhängigkeit des Landes von fossilen Brennstoffen zu verringern. Das Interesse in Kolumbien an einer engen Zusammenarbeit mit internationalen Akteuren ist daher groß.

H2.B-Vorstand Prof. Peter Wasserscheid: „Kolumbien ist für den Export von grünem Wasserstoff ein Partner mit fantastischen Perspektiven. Nicht nur, dass das Land über riesige Wasserkraft-, Wind- und Photovoltaikpotentiale verfügt, die bisher noch nicht genutzt werden. Es deckt bereits heute 75% seines eigenen Strombedarfs aus regenerativen Quellen, so dass der Export von grünem Wasserstoff nicht zu Lasten der eigenen Emissionsbilanz geht. Die Delegation hatte Gelegenheit die kolumbianische Energiestrategie mit dem aktuellen Energieminister und wichtigen Experten des President Elect Gustavo Petro zu diskutieren. Wir waren alle sehr beeindruckt von dem enormen Stellenwert, den grüner Wasserstoff in den Entwicklungs- und Exportplänen der kolumbianischen Politik einnimmt.“

Die Wasserstoff-Delegation bereiste drei Städte in Kolumbien und auf dem Programm standen unter anderem Gespräche mit Energieminister Diego Mesa und dem Stromversorger Grupo Energia in Bogotá, ein Besuch des Innovations- und Forschungsinstituts von Ecopetrol in Bucaramanga und die Besichtigung der ersten Pilotanlage des Landes zur Herstellung von grünem Wasserstoff in der Ecopetrol-Raffinerie in Cartagena.
Bayerns Wirtschaftsstaatssekretär Roland Weigert: „Der staatliche Energiekonzern Ecopetrol ist zentraler Akteur der kolumbianischen Wasserstoffinitiative. Ecopetrol setzt beim Ausrollen der ersten Projekte bereits auf bayerische Technologie und hat Siemens Energy als strategischen Partner an Bord. Als weitere Plattform für die Vernetzung haben wir einen Start-up-Hub gegründet, der Ecopetrol über unser Wasserstoffzentrum H2.B und unsere bayerische Repräsentanz in Südamerika den Zugang zu innovativen Start-ups in Bayern ermöglicht. Auch auf unserer Leitmesse, dem HYDROGEN DIALOGUE in Nürnberg, erwarten wir Vertreter aus Kolumbien. Die bayerisch-kolumbianische Partnerschaft wird auf allen Ebenen mit Leben gefüllt.“

Die Wasserstoff-Delegationsreise bezeichnete Wirtschaftsstaatssekretär Roland Weigert als Kick-off für die Intensivierung der Partnerschaft mit der fünftgrößten Volkswirtschaft Lateinamerikas hinsichtlich der Energietransformation.

Staatssekretär Weigert: „Die natürlichen Voraussetzungen eröffnen Kolumbien die Chance, zu einem global wettbewerbsfähigen Exporteur von grünem Wasserstoff und klimafreundlichen Derivaten wie Ammoniak, Methanol und synthetischen Kraftstoffen aufzusteigen. Das Land hat Wind, Sonne und Wasserkraftpotenzial im Überfluss und kann daraus günstig Strom für die Elektrolyse erzeugen. Kürzlich hat Kolumbien seine Wasserstoffstrategie aufgesetzt. Jetzt bildet sich das H2-Ökosystem. Das Interesse an einer engen Partnerschaft mit Bayern für den schnellen Hochlauf der Wasserstoffwirtschaft und den Aufbau der Wertschöpfungsketten ist groß. Wir haben die Technologien für den Energieträger der Zukunft, Kolumbien kann ihn günstig produzieren und liefern. Deshalb wollen wir die bestehende Kooperation im gegenseitigen Interesse verstärken.“

Begleitet wurde Staatssekretär Weigert in Kolumbien neben Prof. Dr. Peter Wasserscheid, Vorstand des Zentrum Wasserstoff.Bayern (H2.B), von den Landtagsabgeordneten Florian von Brunn (SPD) und Benjamin Miskowitsch (CSU) sowie weiteren hochrangingen Vertreter:innen aus Forschung und Wirtschaft, u.a. aus dem Wasserstoffbündnis Bayern.

Bildquellen: StMWi

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Sarah Weinecke

Referentin Öffentlichkeitsarbeit

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